Angepinnt Fachbegriffe Nagelmodellage / Feilen 1*1

    Fachbegriffe Nagelmodellage / Feilen 1*1

    Um sich mit anderen Nageldesignern verständigen zu können, oder um zu wissen, was man kauft, sollte man gewisse Fachausdrücke kennen.

    Statik, Aufbau: Die Statik des Nagels ist entscheidend für die Stabilität. Es gibt zwei Arten den Aufbau zu arbeiten: Den nationalen und den internationalen Standard. Der nationale ist der Geläufigste. Von der Seite betrachtet sieht dieser Nagel aus wie ein liegendes „C“. Der Nagel im internationalen Standard sieht seitlich betrachtet eher aus wie eine halbierte Sektflöte. Die perfekte Statik zu arbeiten erfordert sehr viel Können und resultiert aus beharrlichem üben.

    Seitenlinien: Die Seitenlinien sind die Linien, die von oben betrachtet, rechts und links aus dem Nagelbett kommen. Sie sollten immer parallel zueinander verlaufen.

    Baseline: Die Baseline ist die Verlängerung der natürlichen Wachstumslinie des Nagels und führt somit gerade aus dem Nagelbett heraus. Bei Krallennägeln muss diese unbedingt beim Refill wieder begradigt werden. (siehe Krallennagel)

    Stresspunkt: Dies ist der höchste Punkt des Kunstnagels, da hier besonders viel Material aufgebracht wird, um die Sollbruchstelle zu schützen. In diesem Bereich ist der Nagel den höchsten Belastungen ausgesetzt, wenn er frontal irgendwo aufprallt.

    Er befindet sich kurz hinter dem natürlichen freien Nagelende, also dem des Naturnagels. Von da aus wird er noch etwa bis zur Mitte des Naturnagelbettes gezogen, damit der Bereich auch während des Wachstums optimal geschützt ist.

    French: Als French bezeichnet man die weiße oder farbige Spitze des Nagels. Sie wird mit Frenchgel- oder Farbpowder gearbeitet.



    Smileline: Die Smileline, auch French-Linie genannt sollte möglichst lächelnd sein, daher der Name. Sie sollte an beiden Seiten gleich hoch sein und gleichmäßig gefärbt sein.

    Coverpowder-Gel: Hautfarbenes Acrylpulver oder Gel zum optischen Verlängern des Nagelbettes oder um unschöne Nagelbetten zu kaschieren.

    Pinchsticks: Röhrchen, die man verwendet, um den Nagel in eine schöne Form zu bringen. Sie sind Hilfsmittel beim Pinchen.

    Pinchen: Als pinchen bezeichnet man, vereinfacht gesagt, das Zusammendrücken der Nagelseiten, um einen schön gewölbten Tunnel zu formen. Dies ermöglicht einen dünneren Aufbau des Nagels. Falsch angewendet, zum Beispiel mit zu starkem Druck, kann man aber auch den Naturnagel schädigen. Diese Technik sollte erfahrenen Nailstylisten überlassen werden.

    Lifting: Ein Lifting ist das selbstständige Ablösen des Kunststoffes vom Naturnagel. Es sollte umgehend entfernt werden.

    Refill, Backfill: Nach 3-4 Wochen sollte der Kunstnagel aufgefüllt werden, damit er weiter stabil und belastbar bleibt. Dies nennt man Refill. Beim Backfill wird das French mit einem Fräser vorgefräst und neu ausgefüllt. Diese Technik erfordert jedoch viel Übung.

    Schablone: Selbstklebende Folie beziehungsweise Papier, über das mit Acryl oder Gel der Nagel verlängert wird.

    Tip: Nagelverlängerung aus Kunststoff, welche mit Tipkleber aufgeklebt und verblendet wird. Das Aufkleben muss blasenfrei erfolgen, sonst besteht eine enorme Infektionsgefahr.

    Blenden: Als blenden wird das Befeilen des Tips bezeichnet. Dabei wird der Tip um die Hälfte seiner Stärke ausgedünnt und der Übergang zum Naturnagel so dünn gefeilt, dass er nicht sichtbar und nicht fühlbar ist.

    Tipkleber: Kleber auf Cyanacrylatbasis, der zum Aufkleben von Tips benutzt wird. Zum Tipkleben darf niemals einfacher Sekundenkleber benutzt werden, er könnte den Naturnagel schwer schädigen!

    Tipcutter: Hilfsmittel, um den Tip richtig zu kürzen. Haushaltsscheren oder Nagelknipser könnten den Tip brechen lassen und eventuell auch den Naturnagel mit schädigen.

    Feile, Buffer: Feilen und Buffer sind mit speziellem Sandpapier beklebte Schaumstoffkissen, die in der Mitte oft einen Kunststoffkern haben. Sie werden zum Befeilen der Nagelmodellage und der Naturnagelvorbereitung benutzt. Je höher die Grit-Zahl, desto feiner ist die Feile.
    > 80-180 Grit verwendet man für die Formbefeilung
    > 240 Grit sollte eine Feile zur Naturnagelvorbereitung haben >240 Grit haben Polierfeilen-

    Dehydrator: Mischung aus Aceton und Isopropylalkohol zum Entfetten und zum Dehydrieren der Naturnägel.

    Primer: Haftvermittler, der oft aus Methacrylsäure besteht. Er sollte nur bei enormen Haftungsproblemen verwendet werden. Oft reicht eine gründliche Naturnagelvorbereitung völlig aus. Primer darf nur dünn auf den Naturnagel aufgebracht werden, nie auf altes Material oder den Tip.

    Propusher: Edelstahlinstrument zur Naturnagelvorbereitung. Mit der spatelförmigen Seite schiebt man die Nagelhaut zurück, mit der messerartigen Seite wird die unsichtbare Nagelhaut herunter gekratzt.


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    Naturnageldeformierungen

    Der Naturnagel ist in den seltensten Fällen perfekt. Oft sind Nagelbetten deformiert. Hier die häufigsten Formen, die man kennen solte:

    Krallennagel: Ab einer bestimmten Länge beginnt der Naturnagel, sich nach unten zu wölben. Dies muss unbedingt begradigt werden, weil es sonst zu einer Verschiebung der Statik kommt und der Nagel einer erhöhten Bruchgefahr ausgesetzt ist.

    Himmelfahrtsnagel: Naturnageldeformierung, bei der das natürliche freie Ende des Nagels nach oben zeigt.

    Tulpennagel: Bei dieser Naturnagelform gehen die Seitenlinien des Nagels nach vorn hin auseinander. Diese Form sollte nur minimal verlängert werden. Ebenfalls ist ein künstliches verschmälern durch eingenfeilte Seitenlinien unbedingt zu vermeiden!

    Des weiteren gibt es noch zahlreiche andere Formen wie Löffelnagel, Uhrglasnagel und so weiter.


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    Körnung (Grit)
    Nagelfeilen für professionelles Naildesign werden von den Herstellern ganz spezifisch für bestimmte Arbeitsschritte und Einsatzgebiete konzipiert. Ausschlaggebend ist dabei in erster Linie die Körnung der Feile, die in der Regel in Grit angegeben wird. Je höher die Grit-Zahl ist, desto feiner ist die Feile. Die Schleifpartikel auf der Oberfläche sind bei feinen Körnungen kleiner und zahlreicher. Andersherum gilt natürlich: Je niedriger die Grit-Zahl ist, desto gröber ist die Feile.
    Um zu wissen, welche Feile sich für welchen Arbeitsschritt am besten eignet, können Sie sich an den folgenden allgemeinen Angaben orientieren.

    Vorbereitung: 100 bis 180 Grit (grob bis mittelgrob)
    Kürzen: 80 bis 100 Grit (extragrob bis grob)
    Formen: 100 bis 180 Grit (grob bis mittelgrob)
    Glätten: 180 bis 240 Grit (mittelgrob bis mittel)
    Finish: 600 bis 4000 Grit (mittelfein bis fein)
    Polieren: 12000 Grit (extrafein)

    Feiltechnik
    Wie Sie die Feile in der Hand halten und auf dem Nagel bewegen ist extrem wichtig, wenn Sie auf Dauer von einer Sehnenscheidenentzündung oder dem Karpaltunnelsyndrom verschont bleiben wollen.
    Feilen Sie nicht aus dem Handgelenk heraus. Halten Sie Ihr Handgelenk gerade und feilen Sie aus dem Ellbogen und der Schulter. Achten Sie dabei auf exakte und klar definierte Bewegungen. Gleichmäßiges und systematisches Feilen erspart Ihnen zudem wertvolle Servicezeit. Führen Sie einen bestimmten Arbeitsschritt, z.B. das Kürzen, an allen Nägeln durch und fahren Sie erst danach mit dem nächsten Schritt fort. So müssen Sie nicht ständig die Feile wechseln.
    Arbeiten Sie konzentriert, organisiert und gleichmäßig. Beginnen und enden Sie stets am selben Punkt und wiederholen Sie die jeweilige Feilbewegung möglichst exakt bei jedem Nagel, um so eine einheitliche Form der Nägel zu gewährleisten.
    Der Winkel, in dem Sie die Feile halten, wirkt sich auf das Aussehen der Modellage aus. Gewöhnen Sie sich an, die Nägel aus allen Blickwinkeln auf flache Stellen, Unebenheiten und Ungleichmäßigkeiten zu kontrollieren.
    Gewöhnen Sie sich beim Feilen eine gleich bleibende Routine an, d.h. arbeiten Sie stets methodisch und zielbewusst. Mit Konzentration und Übung werden Ihnen die Bewegungen mit der Zeit in Fleisch und Blut übergehen – irgendwann läuft die Arbeit dann automatisch, ohne dass Sie darüber nachdenken müssen. Das Aussehen Ihrer Modellagen wird so immer besser und gleichmäßiger.

    Naturnägel feilen

    Um Naturnägel zu feilen, benötigen Sie eine Feile mit eher feiner Körnung (200 Grit oder höher). Glasfeilen sind ebenfalls zu empfehlen. Diese sind sanft zu den Nägeln, leicht zu desinfizieren und zu reinigen und sie nutzen sich nicht ab. Entsprechende Feilen versiegeln die freie Nagelkante und verhindern, dass sie ausfasert oder aufsplittert.
    Traditionell sollte bei Naturnägeln immer nur in eine Richtung gefeilt werden, und zwar jeweils von außen zur Mitte hin. Der Grund dafür war, dass ursprünglich vor allem Feilen mit 80 oder 100 Grit verwendet wurden. Durch die grobe Körnung wurde die Nagelkante allerdings regelrecht zerfetzt, vor allem wenn man hin und her feilte. Mit Glasfeilen oder hochwertigen Profifeilen mit feiner Körnung können Sie diese veraltete Technik aber getrost über Bord werfen und in jede Richtung feilen – wie es Ihnen beliebt.
    Mit einem Polierblock oder einer Polierfeile können Sie die Oberfläche der Naturnägel auf Hochglanz bringen. Aber feilen Sie dabei nicht zu schnell, da die Reibungshitze unangenehm für Ihre Kunden werden könnte. Polieren Sie zudem nicht zu intensiv und auch nicht zu häufig, da sonst die Naturnagelplatte zu dünn wird. Wenn das Nagelbett tiefrot durch den Naturnagel schimmert, wurde dieser definitiv zu stark poliert.

    Pulver-Flüssigkeit-Modellagen feilen
    Für die Feilarbeit an Modellagen eignen sich etwas dickere, leicht gepolsterte Feilen, die Ihnen genug Kontrolle bieten. Denken Sie daran, die Kanten von neuen Feilen vor dem ersten Einsatz an einer älteren Feile etwas abzustumpfen – so vermeiden Sie es, Ihre Kunden mit der scharfen Feilenkante versehentlich zu verletzen. Am besten wählen Sie ein Modell mit einem festen Kern, das sich nicht zu leicht biegt. Empfehlenswert ist beispielsweise eine breite, rechteckige Zebrafeile mit 180 Grit. Sie können Zeit sparen, indem Sie mit jeder Feilbewegung ein weiteres Stück der Nagelfläche bearbeiten. Das erleichtert Ihnen auch, später ein sanftes, glattes Finish zu erzielen. Das Feilen von Modellagen sollte nicht länger als 15 bis 20 Minuten dauern.
    Sollte Ihre Applikationstechnik noch nicht perfekt sein, müssen Sie natürlich mehr feilen. Dabei kann es auch nötig sein, zu einer feineren Körnung zu wechseln, um ein glattes Finish zu erzielen, da gröbere Feilen natürlich Kratzspuren auf der Oberfläche hinterlassen. Je mehr Übung Sie haben, desto geringer wird mit der Zeit die Notwendigkeit, verschiedene Körnungen beim Beifeilen einzusetzen.

    Step 1

    Feilen Sie zunächst mit einer 100- oder 150-Grit-Feile die Spitzen und die Seiten aller Nägel in Form. Beim Feilen der Seitenlinien müssen Sie genau darauf achten, die Feile parallel zum Nagel anzusetzen. Ziehen Sie die Haut an den seitlichen Nagelwällen zurück, halten Sie die Feile gerade und feilen Sie mit vertikalen, exakten Bewegungen.
    Wenn die Nagelspitze eine rechteckige Form erhalten soll, setzen Sie die Feile horizontal und gerade an. Achten Sie darauf, auch Ihr Handgelenk gerade zu halten.
    Für eine runde oder ovale Form der Nagelspitze winkeln Sie die Feile unter der freien Nagelkante an und feilen dann die Ecken ab. (Das können Sie sich übrigens sparen, wenn Sie gleich von vornherein ovale Nägel modellieren.) Beim Feilen der Seitenlinien müssen Sie die Feile aber nach wie vor gerade halten. Setzen Sie die Feile genau dort an, wo die freie Seitenkante des Nagels den Nagelfalz verlässt, um eine saubere und klare Seitenlinie zu erhalten. Winkeln Sie die Feile im Seitenbereich nicht ab, sonst haben Sie schnell eine Ecke hineingefeilt.

    Step 2

    Nehmen Sie eine breite Feile mit 180 Grit und bearbeiten Sie dann die Oberfläche der Nägel. Im Nagelhautbereich müssen Sie behutsam zu Werke gehen. Feilen Sie dort den Übergang, ohne zuviel Modellagematerial abzunehmen oder gar in den Naturnagel zu feilen. Betrachten Sie dann den Nagel von vorne und entfernen Sie dann eventuelle Unebenheiten. Dabei sollte die Feile stets auf Sie zeigen.
    Bevor Sie mit dem nächsten Nagel fortfahren, betrachten Sie den fertig befeilten Nagel zunächst von allen Seiten, um sicherzugehen, dass eine saubere und schöne Wölbung von der Nagelhaut zum Stresspunkt und von dort zur freien Kante vorhanden ist.
    Prüfen Sie abschließend auch, ob alle Nägel eine einheitliche Länge haben. Legen Sie dazu die Hände Ihrer Kundin übereinander und vergleichen Sie dann die Länge der Nägel beider Hände – von der Nagelhaut bis zur freien Kante.
    Drehen Sie dann die Hand der Kundin, um sie von hinten her, also aus dem Blickwinkel der Kundin, zu betrachten und auf eventuelle Unregelmäßigkeiten zu überprüfen.

    Step 3

    Falls Sie ein Versiegelungsgel einsetzen möchten, müssen Sie die Nägel zuvor gründlich entstauben. Tragen Sie dann das Gel auf und härten Sie es aus. Falls Sie lieber buffern, verwenden Sie am besten einen 240-Grit-Buffer. Achten Sie darauf, die komplette Nageloberfläche zu buffern. Ob Sie mit oder ohne Öl buffern, hängt von Ihrer persönlichen Vorliebe ab. Sie können auch nach dem Buffern pflegendes Nagelöl auf die Nagelhaut auftragen und einmassieren und anschließend die Kundin bitten, sich die Hände zu waschen, bevor Sie die Nägel auf Hochglanz polieren.

    Gelmodellagen feilen

    Beim Feilen von Gelmodellagen müssen Sie sachte zu Werke gehen. Feilen Sie nicht zu intensiv – das kann zu einer Schwächung der Modellage führen. Verwenden Sie auch keine zu groben Feilen. Eine raue Körnung kann deutliche Kratzspuren im Gel hinterlassen. Für das Beifeilen sollten Sie bei Gel eine Feile mit 150 oder 180 Grit verwenden. Empfehlenswert ist beispielsweise eine Diamantfeile mit 180 Grit. Vor allem im Nagelhautbereich gilt es, nur mit ganz sanftem Druck zu arbeiten, um nicht zu viel Material abzufeilen. Ansonsten unterscheidet sich die Feiltechnik bei Gel kaum von der Technik bei Pulver-Flüssigkeit. Generell benötigen Sie bei Gel weniger Druck und je besser Ihre Applikationstechnik ist, desto weniger müssen Sie überhaupt feilen. Auf das Buffern können Sie verzichten, da Sie zum Abschluss ein Versiegelungsgel auftragen.

    Ihre persönliche Feilroutine mag sich durchaus von der hier vorgestellten unterscheiden. Die Hauptsache ist, dass Sie mit System arbeiten. Üben und perfektionieren Sie auch Ihre Modelliertechnik. Die Nägel sollten Sie mit dem Pinsel und nicht mit der Feile gestalten. Das Feilen gibt den Nägeln lediglich den letzten Schliff – und denken Sie daran, die Handgelenke immer schön gerade zu halten.